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Tysso Kraftanlage

Tysso Kraftanlage liegt am Sørfjord, einem Arm des Hardangerfjord, ca. 7 km nördlich von dem bekannten Touristort Odda.

Sondernummer der Zeitschrift Norsk Industri aus dem Jahr 1930, von Lorenz Vogt

Diese Anlage wurde in den Jahren 1906 - 1918 gebaut. 

 

Tysso Kraftstation 1928. Foto: Natalie Lubowidsky - Kraftmuseet Archiv

 

 

Das Niederschlagsfeld des Tysso Stromgebiet umfasst ca. 380km, hiervon fallen ca. 340 km auf das Hauptniederschlagsfeld, das sich durch die Ströme Tysso, Nybuåen und Mosso in das ca. 6 km gross Ringedalsvann ergiesst, dessen Nornalwasserstand 436,5 m über dem Meere liegt. Etwa 40 kmfallen auf ein seitliches Flussgebiet, das durch den Mogelielven hinab in das Vetlevann fliesst, welches das Einlaufsbecken für den Hauptstollen bildet.

 

Das Niederschlagsgebiet liegt in einer Höhe von durchschnittlich 1100 m.ü.d.M. Seine vielen - und zum Teil sehr grossen und tiefen Hochgebirgsseen - eignen sich vortrefflich für Regulierbecken.

 

Wasserführung

Die Abflussmengen sind seit Juni 1906 gemessen worden. In der Periode Mai 1907 (Hochwasseranfang) bis Juni 1928 betrugen sie durchschnittlich 24,5 mdie Sekunde. Um diese mittlere Abflussmenge das ganze Jahr hindurch ausnutzen zu können, hat man ein Staubecken von ca. 450 Millionen mnötig. Diesen Stauinhalt erhält man durch die vorgenommenen Regulierungen der Gebirgsseen Ringedalsvann, Øvre Bersåvann, Håvardsvann und Breiavann.

 

 

Regulierungsanlage

Durch Aufdemmen und Absenken des Ringedalsvann zwischen Höhe 465 und 418 bekommt man ein Staubecken von ca. 300 Millionen m. Der Ringedalsdamm, der wohl einer der grössten Wehranlagen Europas darstellt, wurde quer über das Tal auf einen schmalen Felsrücken gebaut, und zwar in der Form eines Gravitationswehres, aus Beton, vobei Wasser- und Luftseite aus Granit bestehen. Die Länge des Wehres ist 500 m, seine grösste Höhe 33 m und seine grösste Breite am Fusse 22 m. Sein Gesamtinhalt stellt sich auf etwa 80 000 m. Mit Rücksicht auf die grosse Anzapfhöhe hat man auf Höhe 446,7 zwei Anzapfrohre von je 1,55 m im Wehre mit Drosselventilen versehen.

 

Ringedalsdammen 1926-1928

Der Staudamm Ringedalsdamm in den Jahren 1926-1928. Foto: Natalie Lubowidsky - Kraftmuseet Archiv

 

 

Einlasswehr und Stollen

Das Einlasswehr am Vetlevann ist als Eisenbeton-Plattenwehr mit 10 m langem Überfall auf Höhe 415,25 und mit 8 Sauge-Überfällen im Querschnitt von 2x1,8 m zur Ableitung des Hochwassers erbaut. 

Vom Einlasswehr am Vetlevann bis zum Verteilungsbecken oberhalb der Kraftstation sind zwei Stollen je 9,5 Querschnitt und 3430 m Länge eingesprengt. Die Stollensohle beider liegt auf Höhe 407 beim Vetlevann und auf Höhe 397 am Verteilungsbecken, also mit einem Gefälle von 1 : 340. Das Verteilungsbecken fasst 4500 m. Auf Höhe 413 ist es mit einem Überlauf und an seiner Sohle mit zwei Entleerungseinrichtungen versehen.

 

Demning ved Vetlevatn på 1920-talet Der Bau des Dammes bei Vetlevann 4. august 1928. Foto: Natalie Lubowidsky - Kraftmuseet Archiv

 

Rohrleitungen

Vom Verteilungsbecken führen 5 Druckrohrleitungen zur Kraftstation hinab. Jedes Rohr ist im Verteilungsbecken mit einem Schützen versehen, der von der Kraftstation aus mittels Magnetauslösung geschlossen und an Ort und Stelle durch einen Spill von Handkraft bewegt werden kann. Um das Wasser unter gewöhnlichen Verhältnissen abschliessen zu können, werden handbetriebene Schleussenventile, die ausserhalb des Verteilungsbeckens angebracht sind, benutzt. Automatische Drosselventile treten bei einem eventuellen Rohrbruch in Funktion. Diese können auch von der Centrale aus mittels elektrischer Druckknopfanordnung geschlossen werden. Zur Bedienung dieser Ventile sowie für die Notbeleuchtung in der Kraftstation ist eine Akkumulatorenbatterie von 222 Ampérestunden vorhanden. Die ersten zwei Druckrohrleitungen haben einen Durchmesser von 1200 mm oben und nur 950 mm am Fusse und sind von Thyssen & Co geliefert. 

Die nächsten zwei haben einen Durchmesser von 1500 mm, der sich bis zu 1200 mm, verjüngt, sie sind von Gustav Kuntze, Worms geliefert. Die 5. Rohrleitung hat einen Durchmesser von 1700 mm, der sich bis zu 1250 mm verringert. Der Lieferant ist A. G. Ferrum, Kattowitz (Polen). 

Die sehr steile Rohrstrasse, an einzelnen Stellen bis zu 60, hat eine Länge von 730 m. Das totale Gefälle ist 410 m.

 

Bygging av røyrgata Die Rohre wurden mit einfachen Hilfsmittel am steilen Berghang verlegt. Foto: Kraftmuseet Archiv

 

 

Die Kraftstation

Die Länge der Station ist 180 m, ihre Breite 10,5 m, mit einer breiteren Mittelpartie von 14 m. Auf der Rückseite der Station und mit ihr zusammengebaut, befindet sich das vier Stockwerke hohe Schaltgebäude, welches 60 m lang und 8,5 m breit ist. Unmittelbar südlich der Station ist ein besonderes Werkstattgebäude eingerichtet. 

Im Maschinensaale stehen 15 Aggregate von zusammen 145 000 Turbinen PS oder ca. 139 000 elektrische PS. Sämtliche Turbinen sind Peltonturbinen mit horizontaler Welle und mit unmittelbar gekuppelten Dreiphasen-Wechselstromgeneratoren von 12 500 Volt und 25 Perioden.

Für die Magnetisierung der Generatoren sin vier Peltongetriebene Gleichstromdynamos von 110 Volt Spannung vorhanden.

Um den Nutzeffekt zu verbessern werden die Turbinen 8, 9, 10, 11, 13 und 14 umgebaut. Kværner Brug verändert die Turbinen 10, 11, 13, 14, und Verkstaden Kristinehamn die Turbinen 8 und 9. Durch diesen Umbau werden ca. 8000 Turb. PS gewonnen.

 

Tyssedal kraftstasjon interiør 1922 Die Turbinenhalle 1922. Foto: Anders Beer Wilse - Kraftmuseet Archiv

 

Nach erfolgtem Umbau kann Tysso Kraftstation Jahr für Jahr 110 000 elektr. PS liefern.

 

Jede Turbine hat ihren eigenen Unterwasserkanal. Die Generatoren 1-7 sind offen, während die übrigen ganz gekapselt sind. Von den gekapselten Maschinen führen Kaltluftkanäle hinaus zu dem Raume für die Turbinenrohr-Verteilungsleitungen, wo Kaltluft angesaugt wird. Jeder Generator hat dann ferner seinen eigenen Warmluftausblase-Kanal, der seitlich des Ausflusskanals liegt.

 

Die Aufsicht über die Station wird von einer im 1. Stockwerk gelegenen Gallerie des dem Maschinensaale rückseitig angebauten Schalt-Gebäudes ausgeführt. Alle Schaltungen und Regulierungen geschehen von der Bedienungsgallerie durch elektrische Fernsteuerung.

Kontrollrommet "Brettet" i Tysso I Die Schaltzentrale - die Bedienungsgallerie. Foto: Kraftmuseet Archiv

 

Der Machinensaal ist mit zwei Laufkränen für 20 resp. 70 tons versehen. Ausserhalb der Kraftstation ist an ihrem nördlichen Ende ein 50 tons Ausliegerkran zum Löschen von Maschinenteilen angebracht. 

 

Im Schaltgebäude befinden sich die zum Paralelschalten der verschiedenen Generatoren und Fernleitungen benötigten Hochspannungsapparate. Jeder Generator kann mittels Ölschalter und 3 Satz Schienenschaltern entweder an die Sammelschienen oder direkt an den Generator angeschlossen werden.

 

 

Aus der Station gehen 9 Satz Kabel zu den Fabrikanlagen der Norske Nitridaktieselkap in Tyssedal, ferner 2 Satz Kabel sowie 4 Satz Aluminium Luftleitungen zu Odda Smelteverks Fabrikanlagen in Odda. An die genannten Luftleitungen sind, etwa 4 km von Tyssedal entfernt, 7 Satz Seekabel angeschlossen, welche die Energie über den Sørfjord zu den Fabrikanlagen der Norske Zinkkompanie in Eitrheim führen.

 

Norzink Eitrheimsneset i 1928 Die Zinkfabrik Norzink auf der westlichen Seite des Sørfjords 1928. Foto: Natalie Lubowidsky - Kraftmuseet Archiv

 

 

Die gesamte Energie der Kraftanlage ist an die Norske Nitridaktieselskap, Odda Smelteverk AS, Det Norske Zinkkompani AS sowie an die Gemeinde Odda vermietet. Durch den Ausbau von Øvre Tysse können allerdings weitere 150 000 elektr. PS gewonnen werden. Die Gesellschaft erhielt hierfür 1928 Konzession und wird den Ausbau beginnen sobald die Kraftabnehmer weitere Eenrgie benötigen. Die Kraftstation für Øvre Tysse gedenkt man am Ringedalsvann, ca. 2 km oberhalb des Ringedalswehres, anzulegen. Es liegen zwei verschiedene Projekte für den genannten Ausbau vor; doch ist ein Entschluss darüber welches derselben zur Ausführung kommt noch nicht getroffen.

 

Eine weiterer Kraftmengen von 12 000 PS kann durch Ausnutzung der Anzapfhöhe zwischen Ringedalsvann und Vetlevann erhalten werden. Der Ausbau dieser Kraft wird wahrscheinlich in allernächster Zukunft geschehen. Wenn der Ausbau von Øvre Tysse seiner Zeit einmal fertig ist, kann die Gesellschaft über ca. 270 000 elektr. PS disponieren.

 

 

Vom Organ des Norwegischen Industrieverbandes - Norwegische Wasserkraft-Industrie. Verantwortlicher Schriftsleiter Lorentz Vogt. Sondernummer aus dem Jahr 1930.

 

 

 

 

 

 

 

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